How-to – Das perfekte Grillen

Auch ein Grill-Maniac aber keinen Schimmer, wie der Grill am besten für den perfekten Grillgenuss vorbereitet wird? Nun, dann hier praxiserprobte Tipps vom Chefkoch am Grill, dem Meister des BBQ und Ehrenträger des goldenen Senfflecks mit Schärpe.

  1. Die Art des Grills ist für normales Grillgut wie Würstchen, Steak, Filets oder Gemüse eigentlich egal. Ich bevorzuge den klassischen Kohlegrill, weils einfach und schnell geht, Kohle inzwischen im Baumarkt, beim Supermarkt oder an der Tanke gibt und die Grills auch alle Preisklassen abdecken. Smoker für Spare Ribs sind klasse, aber ansonsten mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Elektrogrills haben auch auf jeden Fall ihre Berechtigung, eigenen sich aber eher für einen kleineren Kreis an Gästen. Gasgrills sind prima, aber nicht jeder mag ne Gasflasche rumstehen haben. Ein Großteil dessen was hier für den Kohlegrill geschrieben wird, gilt auch für Gasgrills.
  2. Die Wahl der Kohle ist weniger Geschmackssache und für mich eher von der Menge der Gäste abhängig. Briketts brauchen etwas länger bis sie die optimale Temperatur erreichen, geben diese dann aber dafür länger ab als Holzkohle. Von der Dosierbarkeit und leichten Verteilung des “Brennmaterials” nimmt sich beides nichts.
  3. Grill steht, Kohle ist bereit.

    3. Kleine Menge Grillkohle auf den Anzünder schichten

    Jetzt geht’s los! 1-2 Würfel Grillkohleanzünder oder Brandbeschleuniger mittig in der Kohlewanne platzieren, anzünden und sobald die Würfel brennen ein oder zwei Handvoll Briketts auf und direkt neben dem Grillkohleanzünder platzieren.

  4. 3. Mittig mit dem Kohleanzünder und der Kohle beginnen

    Wenn der Grill eine Öffnung zur Belüftungoder Luftversorgung hat, dann sollte diese genau jetzt weit geöffnet werden. Der Kamineffekt bewirkt dann nämlich eine höhere Versorgung der Glut mit Sauerstoff. Trifft also die Luft auf die Glut, dann beschleunigt das das Anbrennen der Grillkohle und verbessert die Ausbreitung der Glut auf die Fläche. Hat der Grill keine Belüftung, kann man leicht von der Seite nach unten in die Glut pusten oder Luft z.B. mit einem Teller, einer Grillschale oder einem Stück Pappe zufächern.

    4. Die Glut belüften

  5. Ist die Glut weiterausgebreitet und ist die Kohle angebrannt, dann zeigen sich nach einigen Minuten graue Aschereste auf der Außenseite der Grillkohle. Sobald sich dieser “Grauschleier” mehrmals zeigt, ist die Vorbereitung des Grills quasi auf der Zielgraden angekommen. Ab jetzt kann man die Belüftung schließen und die Kohle noch 2-3 Minuten sich selbst überlassen. Es sollten zu diesem Zeitpunkt auch keine Flammen mehr aus der Kohle nach oben schlagen.

    5. Graue Asche auf der Grillkohle? Sehr gut!

  6. Ist der graue Ascheschleier auf dem kleinen Grillkohlehaufen kein Einzelfall mehr, wird es Zeit den nächsten Schwung Grillkohle aufzulegen. Diese Grillkohle kommt einfach oben auf den kleinen Haufen draufund kann dann in der Kohlewanne des Grills zusammen mit der bereits angebrannten Kohle des “kleinen Haufens” vermengt werden.

    6. Mehr Kohle nachlegen und auf dem Grill verteilen

  7. Die frische Kohle wird jetzt von der bereits glimmenden Kohle ebenfalls angebrannt. Zudem hat der Grill bereits eine Grundwärme. Der graue Ascheschleier sollte sich weiter ausbreiten. Passiert das nicht, einfach alles wieder für ein paar Minuten in der Mitte zu einem Haufen zusammenschieben und dann wieder verteilen. Die Kohle hat die perfekte Temperatur für das Grillgut erreicht, wenn man die Hand keine 10 Sekunden 10 Zentimeter über der Kohle halten kann.
  8. Hand verbrannt? Selbst Schuld! Ich habe gesagt KEINE 10 Sekunden. Naja, jedenfalls passt die Temperatur und das Grillgut kann auf den Rost gelegt werden. Für mitteldickes Fleisch gilt maximal 4 Minuten je Seite über der heißesten Stelle der Glut und dann am Rand des Rosts durchgaren lassen. Das Grillgut sollte man generell so wenig wie möglich wenden. Bestenfalls einmal über der heißesten Stelle und dann wenn es am Rand liegt auch nur ein weiteres Mal.
  9. Noch zwei allgemeine Tipps zum Umgang mit Grillgut. Möglichst nicht mit einer Gabel reinstecken. Das führt einerseits zum Flüssigkeitsverlust im Fleisch oder bei z.B. Würstchen können dann Inhaltsstoffe austreten, die beim Verpuffen/Verbrennen in der Glut gesundheitsschädliche Dämpfe freisetzen. Es sollte auch beim Aufnehmen des Grillguts nicht dran gezerrt werden. Das Fleisch reißt dann ein. Lieber vorsichtig mit einer Grillzange anheben und warten, bis sich das Fleisch von selbst vom Rost löst.

    9. Richtiger Umgang mit dem Grillgut aka "Sei zärtlich zu mir"

So, das wärs. Lasst es euch schmecken. Ich hab jetzt Hunger.